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Darmstadt/Kerpen
(ddp-hes). Der Fall klingt wie eine aktuelle Variation des
Schicksals von Kaspar Hauser, dem berühmten Findelkind.
Da wird ein hilfloser junger Mann am Darmstädter Hauptbahnhof
aufgegriffen. Er ist nach Auskunft der Polizei schwer behindert
und deshalb nicht in der Lage, zur Feststellung seiner eigenen
Identität beizutragen.
Das Ganze ist bereits
ein knappes Dreivierteljahr her. Am 1. März hatten Passanten
den vermutlich mutwillig seinem Schicksal überlassenen
Unbekannten gefunden. «Alle Nachforschungen über
die Herkunft des jungen Mannes waren bislang erfolglos»,
teilten die Ermittler mit. Neu an dem Fall ist: Auch ein DNA-Test
hat nicht weiter geholfen.
Kein Happy End
in Sicht
Dabei hatte es zwischenzeitlich Hoffnung auf ein Happy End
gleich in einem doppelten Sinne gegeben. Diese Aussicht hatte
mit einem Vermisstenfall im rheinischen Kerpen zu tun. Ein
Elternpaar dort hat seit elf Jahren nichts mehr von seinem
Sohn gehört und gesehen. Nachdem eine Boulevardzeitung
ein Foto des in der südhessischen Stadt gefundenen jungen
Mannes veröffentlicht hatte, hatte eine Zeugin von einer
großen Ähnlichkeit zwischen dem Kerpener Jungen
und dem orientierungslosen Behinderten aus Darmstadt berichtet.
Doch nun steht
das Ergebnis des DNA-Vergleichs fest - und beraubt die Kerpener
Eltern der Hoffnung, ihr verlorener Sohn sei wiedergefunden.
Das jetzt vorliegende Ergebnis sei «eindeutig»,
das Kerpener Elternpaar bereits benachrichtigt, hieß
es von der Polizei. Der Unbekannte von Darmstadt ist derweil
nach wie vor in einem Heim untergebracht.
«Solche Akten
bleiben immer auf», versichert ein Polizeisprecher auf
Anfrage und räumt unumwunden ein: «Wir haben keine
Spur mehr, alles ist abgearbeitet.»
23.10.2004 Ster
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