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27 /10/2004

 

Enttäuschte Hoffnung: Orientierungsloser Mann ist nicht seit elf Jahren vermisstes Kind

 

Darmstadt/Kerpen (ddp-hes). Der Fall klingt wie eine aktuelle Variation des Schicksals von Kaspar Hauser, dem berühmten Findelkind. Da wird ein hilfloser junger Mann am Darmstädter Hauptbahnhof aufgegriffen. Er ist nach Auskunft der Polizei schwer behindert und deshalb nicht in der Lage, zur Feststellung seiner eigenen Identität beizutragen.

Das Ganze ist bereits ein knappes Dreivierteljahr her. Am 1. März hatten Passanten den vermutlich mutwillig seinem Schicksal überlassenen Unbekannten gefunden. «Alle Nachforschungen über die Herkunft des jungen Mannes waren bislang erfolglos», teilten die Ermittler mit. Neu an dem Fall ist: Auch ein DNA-Test hat nicht weiter geholfen.

Kein Happy End in Sicht
Dabei hatte es zwischenzeitlich Hoffnung auf ein Happy End gleich in einem doppelten Sinne gegeben. Diese Aussicht hatte mit einem Vermisstenfall im rheinischen Kerpen zu tun. Ein Elternpaar dort hat seit elf Jahren nichts mehr von seinem Sohn gehört und gesehen. Nachdem eine Boulevardzeitung ein Foto des in der südhessischen Stadt gefundenen jungen Mannes veröffentlicht hatte, hatte eine Zeugin von einer großen Ähnlichkeit zwischen dem Kerpener Jungen und dem orientierungslosen Behinderten aus Darmstadt berichtet.

Doch nun steht das Ergebnis des DNA-Vergleichs fest - und beraubt die Kerpener Eltern der Hoffnung, ihr verlorener Sohn sei wiedergefunden. Das jetzt vorliegende Ergebnis sei «eindeutig», das Kerpener Elternpaar bereits benachrichtigt, hieß es von der Polizei. Der Unbekannte von Darmstadt ist derweil nach wie vor in einem Heim untergebracht.

«Solche Akten bleiben immer auf», versichert ein Polizeisprecher auf Anfrage und räumt unumwunden ein: «Wir haben keine Spur mehr, alles ist abgearbeitet.»

23.10.2004 Ster