last Update : 08/08/2003

 

Neue Erkenntnisse zum mutmaßlichen Ritualmord


London (dpa) -

Zehn Monate nach der grausigen Entdeckung eines Kinder-Torsos in der Themse in London hat die britische Polizei eine Frau aus Westafrika festgenommen. Scotland Yard bezeichnete dies heute als eine "wichtige Entwicklung" bei der Aufklärung des mutmaßlichen Ritualmordes an dem zwischen fünf und sieben Jahre alten Jungen aus Afrika.

Die verheiratete Frau und Mutter war am Dienstag in Glasgow (Schottland) festgenommen worden. Die 30-Jährige wird in London verhört. Die Leiche, deren Kopf und Gliedmaßen abgetrennt waren, war am 21. September 2001 von einem Spaziergänger in der Themse entdeckt worden. Sie war nur mit einem Paar orangefarbener Shorts bekleidet, in die eine deutsche Waschanleitung eingenäht war. Scotland Yard hatte 50 000 Pfund (82 000 Euro) für Hinweise zur Aufklärung des Mordes ausgesetzt.

Die britischen Behörden hatten sich in Zusammenarbeit mit südafrikanischen Okkultismus-Spezialisten bei den Ermittlungen darauf konzentriert, dass der Junge möglicherweise bei einem Ritualmord nach dem Vorbild afrikanischer Medizinmänner "geopfert" wurde. Die Polizei gab ihm den Namen "Adam".

Der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela hatte sich mit einem öffentlichen Appell in den Fall eingeschaltet. Nach Angaben der südafrikanischen Polizei sind möglicherweise schon Hunderte von Kindern Opfer so genannter Muti-Morde geworden, bei denen Körperteile bei "Hexenzauber-Zeremonien" zur Herstellung von angeblich besonders wirksamer Geheimmedizin benutzt werden.

Die europäischen Polizeibehörden gehen davon aus, dass die Praktiken inzwischen von Afrika nach Europa gebracht worden sind. Ermittlungen finden laut Scotland Yard unter anderem in Frankreich, Griechenland, Italien und den USA statt.

10.07.02 mh Aus Portail E110