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London
(dpa) -
Zehn Monate
nach der grausigen Entdeckung eines Kinder-Torsos in der Themse
in London hat die britische Polizei eine Frau aus Westafrika
festgenommen. Scotland Yard bezeichnete dies heute als eine
"wichtige Entwicklung" bei der Aufklärung des mutmaßlichen
Ritualmordes an dem zwischen fünf und sieben Jahre alten Jungen
aus Afrika.
Die verheiratete
Frau und Mutter war am Dienstag in Glasgow (Schottland) festgenommen
worden. Die 30-Jährige wird in London verhört. Die Leiche,
deren Kopf und Gliedmaßen abgetrennt waren, war am 21. September
2001 von einem Spaziergänger in der Themse entdeckt worden.
Sie war nur mit einem Paar orangefarbener Shorts bekleidet,
in die eine deutsche Waschanleitung eingenäht war. Scotland
Yard hatte 50 000 Pfund (82 000 Euro) für Hinweise zur Aufklärung
des Mordes ausgesetzt.
Die britischen
Behörden hatten sich in Zusammenarbeit mit südafrikanischen
Okkultismus-Spezialisten bei den Ermittlungen darauf konzentriert,
dass der Junge möglicherweise bei einem Ritualmord nach dem
Vorbild afrikanischer Medizinmänner "geopfert" wurde. Die
Polizei gab ihm den Namen "Adam".
Der frühere
südafrikanische Präsident Nelson Mandela hatte sich mit einem
öffentlichen Appell in den Fall eingeschaltet. Nach Angaben
der südafrikanischen Polizei sind möglicherweise schon Hunderte
von Kindern Opfer so genannter Muti-Morde geworden, bei denen
Körperteile bei "Hexenzauber-Zeremonien" zur Herstellung von
angeblich besonders wirksamer Geheimmedizin benutzt werden.
Die europäischen
Polizeibehörden gehen davon aus, dass die Praktiken inzwischen
von Afrika nach Europa gebracht worden sind. Ermittlungen
finden laut Scotland Yard unter anderem in Frankreich, Griechenland,
Italien und den USA statt.
10.07.02
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