last Update : 02/04/2004

 

Wer kann helfen ?

 

Montagnachmittag, 1. März 2003, auf dem Bahnhofsvorplatz von Darmstadt.

Ein Junge (17) klammert sich an einem Laternenmast fest, Passanten eilen ihm zur Hilfe. Er ist völlig hilflos, schwer behindert, kann nicht sprechen, versteht kein Wort Deutsch. Später stellt die Polizei fest: es gibt niemanden, der den Jungen vermisst. Die unfassbare Erkenntnis: Der Junge wurde einfach ausgesetzt!
In der gestrigen Sendung von „Aktenzeichen XY...ungelöst“ (ZDF, 20.15 Uhr) wurde über das furchtbare Schicksal des Jungen berichtet. Denn die Polizei ermittelt wegen Aussetzung, hofft jetzt, durch Hinweise aus Deutschland und den Nachbarstaaten endlich etwas über die Herkunft des 17-Jährigen zu erfahren.
Die Behörden sind in großer Sorge um den Jungen. Seine rechte Hand und sein rechtes Bein sind verkrüppelt.
Rätsel gibt auch die äußere Erscheinung auf: der 17-Jährige ist sehr gepflegt und könnte aus dem arabischen Raum stammen. Als man ihn fand, erlitt er vermutlich wegen der ganzen Aufregung einen epileptischen Anfall, liegt jetzt im Krankenhaus. Sein Gesundheitszustand ist sehr ernst. Er wird in einer neurologischen Klinik behandelt.
Dieser Fall macht auch hartgesottene Fahnder betroffen. Wer setzt einfach einen völlig hilflosen Jungen aus?
Die Ermittler schickten seine Fingerabdrücke zum Bundeskriminalamt (BKA). Ohne Ergebnis. Sie fragten überall nach. Niemand kennt den Jungen. Heiner Jerofsky, Sprecher des Polizeipräsidiums Südhessen in Darmstadt gegenüber Bild.T-Online: „In keiner Einrichtung, in denen solche Menschen betreut werden, wird dieser Junge vermisst.“
Möglicherweise wurde er aus dem Ausland nach Darmstadt gebracht. Am Bahnhofsvorplatz gibt es auch einen Autobahnzubringer, einen Busbahnhof. Nicht weit entfernt von Darmstadt liegt die internationale Luftfahrtdrehscheibe Frankfurt/Main.
Offenbar hat der Junge keine Verwandten in Deutschland, niemanden, in dessen Obhut er kommen sollte. Aber warum setzen Eltern ihr Kind einfach aus, überlassen es einem völlig ungewissen Schicksal, riskieren sogar den Tod des Jungen?
Vielleicht haben ihn die Eltern oder Verwandte nach Deutschland gebracht oder bringen lassen, weil sie hoffen, dass er es hier besser hat als in seiner Heimat. Dass er hier eine medizinische Versorgung bekommt, in einem liebevolleren Umfeld aufwächst.
Die Polizei hofft, auch über die Kleidung des Jungen Näheres über seine Herkunft zu erfahren. Am Tag, als Passanten ihn fanden, trug er einen hellbraunen Strickpulli mit Knopfleiste, im Brustbereich mit rechteckigem Farbmuster in beige, grün, schwarz und braun, Marke Tricot Chelsi mit arabischen Schriftzeichen. Dazu eine beigebraune, kurzarmige Daunenweste mit verschiedenen Aufdrucken aus dem Football-Sport sowie eine schwarzen Hose und hellbraune Wildlederschuhe (Größe 42) des Herstellers Özgür.
Wer kann helfen, die Identität des schwer behinderten Jungen zu klären?

Hinweise (auch vertrauliche) nimmt das Polizeipräsidium Südhessen in Darmstadt unter der Rufnummer 06151/969 30 30 entgegen.

Beschreibung des Jungen, siehe, bitte http://vermisste-kinder.at.tf