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Pascal Zimmer, ein Buch
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Pascal Zimmer, ein Buch
Page 2

 

Fall Pascal
 
Erpresste Geständnisse? Die seltsamen Aussagen im Fall Pascal
Am 30. September 2001 verschwand der fünfjährige Pascal im Saarbrücker Stadtteil Burbach. Die Polizei ermittelte: Pascal sei Opfer einer Kinderschänderbande geworden. Missbraucht, umgebracht und verscharrt. Die Leiche jedoch wurde bis heute nicht gefunden.

Unter Verdacht: die Wirtin und Stammgäste der Tosa Klause. Es gab Geständnisse, Widerrufe, Beschuldigungen, erneute Geständnisse. Nach 147 Verhandlungstagen wurden im vergangenen Jahr dann alle 12 Angeklagten in dieser Sache freigesprochen. Ein Skandalurteil? Oder ein Sieg des Rechtsstaates? Die Staatsanwaltschaft hat Revision angekündigt.
Buchtipp

Gisela Friedrichsen, Gerichtsreporterin, hat über den Pacal-Prozess ein Buch geschrieben: "Im Zweifel gegen die Angeklagten: Der Fall Pascal - die Geschichte eines Skandals." DVA, 2008. ISBN 978-3421043344.

Die Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen resümiert: Geständnisse kamen auch durch psychischen und körperlichen Druck zustande. Über den Prozess hat sie ein Buch geschrieben, darüber spricht sie bei stern TV mit Günther Jauch.

http://www.stern.de/tv/sterntv/:Erpresste-Gest%E4ndnisse-Die-Aussagen-Fall-Pascal/641444.html , 08.10.2008
Die Chronologie der Ereignisse

Der Fall Pascal ist voller Widersprüche: Aussagen wurden gemacht und wieder zurückgezogen. Es gab keine Beweise, die die Schuld der Hauptangeklagten ans Licht brachten. Auch die Leiche des Fünfjährigen wurde nie gefunden. Lesen Sie hier, was zwischen Pascals Verschwinden am 30. September 2001 und der Urteilsverkündung am 7. September 2007 geschah.

* September/Oktober 2001: Am 30. September verlässt der damals fünfjährige Pascal die Wohnung seiner Eltern im Saarbrücker Stadtteil Burbach und verschwindet spurlos. Das Landeskriminalamt richtet eine "Soko Hütte" ein. Hunderte Polizeibeamte durchkämmen samt Hunden, Hubschraubern und Tauchern die Umgebung.

* Februar 2003: Die Polizei geht davon aus, dass der Junge vermutlich Opfer eines Kinderschänderrings wurde und tot ist. Sie fasst zwölf mögliche Kinderschänder, die am Missbrauch und der Tötung Pascals beteiligt gewesen sein sollen. Hinweise über Pascals Schicksal hatte die Polizei zuvor von einem Spielkameraden des Jungen erhalten, der selbst Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sein soll. Wenige Tage nach der Festnahme gestehen einige Verdächtige laut Polizeiangaben, Pascal missbraucht und ermordet zu haben. Angeblich sei Pascal sogar schon seit dem 30. September, dem Tag seines Verschwindens, tot.

* Juli 2003: Die Staatsanwaltschaft erhebt die erste Anklage. Demnach soll ein damals 49-Jähriger Pascal und andere Kinder zwischen 1999 und 2001 in mindestens sieben Fällen sexuell missbraucht, aber nicht getötet haben. Im Oktober 2003 wird er vom Saarbrücker Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und in die Psychiatrie eingewiesen.

* September 2003: Die Polizei nimmt einen 13. Tatverdächtigen fest.

* 2004: Die Polizei gibt im Februar das Ende der Ermittlungen und die Anklage gegen 13 Beschuldigte bekannt. Im September beginnt der Prozess.

* Juni 2005: Zunächst stirbt Pascals Mutter, wenige Wochen später auch sein Vater. Die Wirtin der "Tosa-Klause", wo das Verbrechen stattgefunden haben soll, streitet vor Gericht sämtliche Vorwürfe ab.

* Oktober 2005: Einer der Angeklagten wird krank. Das Verfahren gegen ihn wird eingestellt.

* Oktober 2005 bis Juni 2006: Da kein dringender Tatverdacht bestehe, hebt das Landgericht die Haftbefehle gegen vier weitere Angeklagte auf. Im April kommt ein weiterer Angeklagter frei. Im Juni äußert das Gericht erhebliche Zweifel an der Anklage und entlässt die restlichen sechs Angeklagten aus der Untersuchungshaft.

* August 2006: Andrea M., die Hauptbelastungszeugin, widerruft all ihre Zeugenaussagen zum Missbrauch und Tod des kleinen Pascal.

* Januar 2007: Wegen Hausfriedensbruchs, Körperverletzung und Diebstahls kommt einer der Hauptangeklagten wieder hinter Gitter. Laut Anklage ist er derjenige, der Pascal zuletzt vergewaltigt hatte.

* August 2007: Nach 143 Verhandlungstagen schließt das Gericht die Beweisaufnahme ab. Die Staatsanwaltschaft fordert für fünf Hauptangeklagte lebenslange Haft wegen Mordes und für fünf weitere Angeklagte mehrjährige Freiheitsstrafen. Im Fall eines Mannes plädiert sie - aus Mangel an Beweisen - auf Freispruch. Drei der zwölf Hauptangeklagten sprechen ein Schlusswort, darin bezeichnet einer von ihnen den Prozess als "Frechheit". Außerdem sei es ein "Witz", was die Medien in ihrer Berichterstattung daraus gemacht hätten.

* September 2007: Fast drei Jahre nach Beginn der Hauptverhandlung spricht das Landgericht Saarbrücken die Angeklagten vom Missbrauchs- und Mordvorwurf frei. Es sei nicht erwiesen, dass Pascal in einem Hinterzimmer der "Tosa-Klause" vergewaltigt und getötet worden sei. Zwar bliebe der Verdacht, bloß auf Verdacht könne man allerdings niemanden verurteilen. Die Staatsanwaltschaft kündigt unmittelbar Revision gegen die Freisprüche an.

Warum wir alle Schuld am möglichen Tod von Pascal tragen

Es ist grauenhaft. Es ist schrecklich. Welche Worte sollen einem noch einfallen, wenn dieser Sumpf von Verbrechern, der das Leben des fünfjährigen Pascal Zimmer aus Saarbrücken-Burbach vernichtet hat, zur Sprache kommt? Einfach so. Weil eine Gastwirtin geldgierig war und der Rest dieser dreckigen Bande nur scharf darauf, Kinder zu mißbrauchen, zu der Zeit noch gegen harte D-Mark. Pfui Teufel. Und niemand will etwas von dem schändlichen Treiben mitbekommen haben? Ebenfalls - PFUI TEUFEL!!!

Tragisch ist, daß Pascal zwar vermißt worden ist, aber nur wenige Meter von seinem Elternhaus entfernt Höllenqualen erlitten haben muß. Tragisch ist auch, daß Pascals Eltern überhaupt zugelassen haben, daß ein erst fünf Jahre alter Junge ganz allein und dann auch noch mit einem Fahrrad auf die Straße zum Spielen durfte. Haben die denn überhaupt kein bisschen Verantwortungsgefühl, wo doch der Stiefvater eigentlich wissen mußte, was in den hinteren Zimmern der Burbacher Kneipe abläuft? Wo fängt die Verantwortung für ein Kind an, wo hört sie auf? Pascals Eltern tragen zumindest moralisch einen Teil der Schuld an seinem Tod, denn so gleichgültig kann wohl kaum jemand sein.

Tragisch ist auch, daß die Kindergärtnerin des Pflegesohnes der Kinderschänderwirtin eine Ahnung davon hatte, daß mit dem Jungen etwas nicht stimmt, aber unternommen hat sie nichts. Der Junge muß doch völlig verstört gewesen sein, wenn er gleich nach dem Kindergarten in ein Hinterzimmer der Kneipe für die zahlenden Kinderschänder eingeschlossen wurde. Angst? Gleichgültigkeit? Ahnungslosigkeit? Niemand weiß das so recht.

Und tragisch ist schließlich auch, daß ausgerechnet die Aussage eines siebenjährigen Kindes, ebenfalls mehrfach geschändet, den Stein gegen diese Verbrecher neu ins Rollen gebracht hat, sonst wäre nämlich Pascals Schicksal weiterhin ungeklärt und die Verbrecherbande könnte munter weiterschänden. Unbehelligt, weil die Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft inzwischen einen höheren Stellenwert hat, als das Leben eines Kindes. Und darauf sind wir auch noch stolz - ich schäme mich - für jeden einzelnen, der etwas mitbekommen oder geahnt, aber weggesehen und geschwiegen hat.

Wenn wir Pascals Schicksal betrachten und mit unserer Gleichgültigkeit verbinden, müssen wir uns wirklich an den Kopf fassen und fragen, ob unser Verhalten noch richtig ist oder ob wir alle im Kopf nicht mehr ganz richtig ticken. Es darf doch nicht sein, daß sich noch nicht einmal mehr Kinder, die dem Schutz und der Obhut a l l e r Erwachsenen unterstehen, sich sicher fühlen können. Wie kaputt ist unsere Gesellschaft geworden? Und es kann nicht sein, daß Kinder für den sexuellen Notstand irgendwelcher Gehirnamputierter herhalten müssen, weil diese zu feige sind, sich an einen erwachsenen Menschen heranzuwagen? Und wie lange noch müssen wir ertragen, daß pädophile Kinderschänder-Vereine lauthals die Freigabe von Kinderschändung öffentlich fordern können, ohne dafür bestraft zu werden? Wie lange noch wollen unsere Gesetzeshüter noch tatenlos mit ansehen, daß damit Kinderschändung zum Volkssport herabgewürdigt wird? In diesem Zusammenhang steht auch das Hintergrundbild, denken Sie einmal ernsthaft über den Sinn nach.

Was in diesem Zusammenhang allerdings auch nachdenklich stimmt: Im vergangenen Sommer haben wir (eine Bekannte und ich) hier in Hildesheim ein kleines, vielleicht dreijähriges Mädchen aufgegriffen, das mutterseelenallein auf löchrigen Socken und schuhlos durch die Straßen wanderte. Es war so klein, daß sie noch nicht einmal über die Motorhaube eines Autos hinwegsehen, also von Autofahrern auch nicht gesehen werden konnte. Schlimm war: Die Polizei kam erst 40 Minuten nach der Benachrichtigung. Inzwischen hatte eine Schwester das Verschwinden des Kindes bemerkt und sich auf die Suche gemacht. Anstatt sich zu bedanken, daß wir durch die Unachtsamkeit einer siebenköpfigen (!!!) Familie, alles erwachsene Menschen, möglicherweise ein Unglück verhindert haben, mußten wir uns anbrüllen lassen. Und die Polizei? Das Kind war wieder in den richtigen Händen. Für sie war der Fall damit erledigt. Bis zum nächsten Mal. Und dann kommt das Kind möglicherweise zu Schaden... Weil selbst die Ordnungshüter so gleichgültig waren und noch nicht einmal mit den Eltern gesprochen haben.

Pascal ist möglicherweise tot. Umgebracht von einer Meute von hirnlosen Kinderschändern, die unbehelligt mitten unter uns ihr Unwesen treiben konnte. Für ihn kann niemand mehr etwas tun, als seinen Schmerz über das Verbrechen an ihn hinauszuschreien. Und dennoch hat der Junge ein riesengroßes Erbe hinterlassen. Er hat uns allen gezeigt, wie gleichgültig wir alle sind. Und wir, die weiterleben dürfen, haben hier und heute die Chance, das zu ändern. Zum Wohle aller, aber besonders zum Wohle unserer Kinder. Fangen Sie endlich an. Sofort und nicht erst, wenn wieder einmal ein Kind geschändet, ermordet und wie Müll verbuddelt gefunden wird.

STELLEN SIE SICH EINFACH VOR, ES WÄRE IHR KIND...

Anmerkung: Zugegeben, ein harter Text. Aber ich ärgere mich immer wieder über Menschen, die lieber wegsehen, anstatt zu handeln. Es ist keine Schande, bei begründetem Verdacht einen Vorfall zu melden, die oben erwähnte Kindergärtnerin hat lieber geschwiegen. Damit hat sie allzu deutlich gezeigt, daß ihr besser keine Kinder mehr anvertraut werden, weil sie keine Ahnung vom Umgang mit ihnen hat. Und die Staatsgewalt beschäftigt sich lieber mit sinnlosen Anzeigen irgendwelcher bekloppter Pädophiler, anstatt für die nötige Aufklärung, zum Beispiel in Schulen und Kindergärten, zu sorgen. Dann wäre eine Homepage wie Antigewalt nicht mehr nötig, anerkannt wird diese harte Arbeit von der Staatsgewalt ohnehin nicht, in keiner Hinsicht. Es ist aber gut, daß es noch Menschen gibt, die sich für das Wohl und die Sicherheit der Kinder einsetzen, sonst würde es nämlich niemand tun, zumal Eltern auch nicht überall sein können.

Michael, Gabriel und Raider, Euch gilt mein besonderer Dank. Und natürlich den vielen Namenlosen, die diese Page verlinken oder anders weiterverbreiten. Wenn alle mitmachen, gleicht der Kinderschutzgedanke bald einem Krebsgeschwür, das nicht mehr zu heilen ist. Darum muß er immer und immer wieder in das Bewußtsein der Menschen geprägt werden. Jeder Pagebesitzer hat dafür ein wenig Platz, damit so grauenhafte Schicksale wie das von Pascal immer weniger werden.

Im Fall der Peggy Knobloch aus Lichtenberg habe ich nach neuerlicher Berichterstattung in vielen Medien (2007) habe ich erfahren, daß Seiten wie Antigewalt einen großen Zuspruch, aber keineswegs nur Lob auslösen. Das zeigt sehr deutlich, daß den meisten Menschen die Kinderschicksale keinesfalls gleichgültig sind. Die meisten jedoch stehen ihnen recht ohnmächtig gegenüber, weil ihnen die Zusammenhänge nicht klar geworden sind. Das liegt jedoch daran, daß die Informationen von offizieller Seite - das, was durch die Medien geht - sehr stark gefiltert sind und nicht das widerspiegeln, was sich hinter den Kulissen wirklich abspielt. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, soweit es uns möglich ist, selbst an Ort und Stelle zu recherchieren, um dann so objektiv wie möglich zu berichten. Leider ist das in längst nicht allen Fällen machbar.


Kinderschänder wollen Macht.
Das lassen wir niemals zu.

http://web91.server1.webserver-login.de/gedenken-pascal-zimmer.html


Dernière mise à jour : ( 09-03-2009 )
 
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