
| Neuer Hinweis zur Leiche |
Putzfrau belastet Angeklagte im Pascal-Prozess - Neuer Hinweis zur LeicheSaarbrücken (ddp). Im Prozess um den verschwundenen fünfjährigen Pascal vor dem Saarbrücker Landgericht sind heute zwei Angeklagte schwer belastet worden. Die wegen Beihilfe mitangeklagte Putzfrau Erika K. sagte vor Gericht, der wegen Mordes angeklagte Martin R. habe den Jungen am 30. September 2001, dem Tag seines Verschwindens, im Hinterzimmer der Saarbrücker Gaststätte «Tosa-Klause» missbraucht. Die geistig behinderte Andrea M. habe dabei den Kopf des Fünfjährigen fest auf ein Kissen gedrückt. Danach sei der Junge tot gewesen, ergänzte die als geistig zurückgeblieben geltende Erika K. Außerdem ging nach Angaben des Gerichts ein weiterer Hinweis ein, wonach der Junge in der Nähe des Lokals an einem Bahndamm verscharrt worden sein soll. Die 51-Jährige Erika K. berichtete weiter, nach dem Missbrauch sei sie in das Hinterzimmer gegangen und habe festgestellt, dass der Junge tot sei. Dies habe sie der Wirtin und dem mutmaßlichen Kopf der Kinderschändergruppe, Christa W., mitgeteilt. Daraufhin habe die Gaststätteninhaberin beschlossen, die Leiche verschwinden zu lassen. Danach half die Putzfrau nach eigenen Angaben der Wirtin und einem weiteren Täter, die in eine Hundedecke eingewickelte Leiche in einen Müllsack zu packen und später das Blut auf dem Boden aufzuwischen. Später sei der tote Junge rausgetragen und in einer Kiesgrube vergraben worden. Erika K. widersprach am Montag allerdings Darstellungen in früheren Vernehmungen und der Anklageschrift, wonach der Junge vor seinem Tod von drei weiteren Männern missbraucht worden sei. Auch könne sie sich nun nicht mehr sicher an die Anwesenheit einiger der Beihilfe angeklagten Gäste in der «Tosa-Klause» erinnern. Die 51-Jährige sagte außerdem aus, schon vor dem mutmaßlichen Todestag habe der Angeklagte Martin R. geäußert, dass der Junge umgebracht werden müsse, damit er nichts verrate. Nach Angaben des Landgerichts hat ein Häftling nun einen Hinweis gegeben, wonach die Leiche unweit des Lokals vergraben worden sein soll. Diese Angaben sollen nun überprüft werden. Bisherige Tipps unter anderem von vermeintlichen Zeugen hatten sich in den letzten Tagen allerdings als falsch erwiesen. Insgesamt müssen sich im Fall Pascal seit vergangener Woche 13 Männer und Frauen vor dem Saarbrücker Landgericht verantworten. Sechs von ihnen wird Mord, den anderen sexueller Missbrauch beziehungsweise Beihilfe zu den Taten vorgeworfen. Pascal soll nach Ergebnis der Ermittlungen am 30. September 2001 getötet worden sein. Seine Leiche wurde nie gefunden. Die meisten Angeklagten verweigern im Prozess die Aussage. Neben Erika K. hat nur Andrea M. eine Aussage angekündigt. Diese wird am Donnerstag erwartet.
27.09.2004 SR, aus E110.de |
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| Dernière mise à jour : ( 22-07-2011 ) |
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