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Corinna: Tatverdächtiger festgenommen

 Mordfall Corinna nach nur vier Tagen geklärt: Tatverdächtiger in der Nachbarschaft festgenommen

Eilenburg (ddp). Nach vier Tagen hat die Angst im sächsischen Eilenburg ein Ende. In der vergangenen Nacht nahm die Polizei einen 39 Jahre alten Mann fest, der unter dringendem Verdacht steht, am vergangenen Dienstag die neunjährige Corinna entführt, missbraucht und anschließend ermordet zu haben. «Wir haben einen geständigen Täter», sagte der Chef der Polizei Westsachsen, Jürgen Georgie, heute in Eilenburg. Zum Tathergang konnte er noch keine konkreten Aussagen machen. Die Ermittlungen dazu sollen fortgesetzt werden. Der Fundort der Leiche wurde erneut abgesperrt und abgesucht.

Corinna hatte am 28. Juli ihr Elternhaus in Eilenburg bei Leipzig verlassen, um spielen zu gehen. Als sie um 18.00 Uhr nicht wie verabredet wieder zu Hause war, verständigten die Eltern wenig später die Polizei. Eine groß angelegte Suche mit Hubschrauber und Hundestaffel blieb jedoch ohne Erfolg. Am Nachmittag des 29. Juli dann fanden Einsatzkräfte die Leiche des Mädchens in einem Müllsack unweit ihres Elternhauses am Ufer eines Seitenarms der Mulde. Die

Obduktion ergab, dass Corinna vor ihrer Ermordung vergewaltigt wurde. Der Tatort ist nach wie vor unklar.

Vier Zeugenhinweise führten zum Festgenommenen

Die Polizei stand nach dem Mord unter enormem Druck, den Fall rasch aufzuklären. Denn Corinna ist bereits das dritte Kind, das in den vergangenen zweieinhalb Jahren in und um Leipzig getötet wurde: Der Mörder des neunjährigen Mitja war im vergangenen Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt worden; gegen den Mann, der die achtjährige Michelle aus Leipzig umgebracht hat, beginnt der Prozess am 17. August. Um auch Corinnas Mörder zu finden, arbeiteten in

Leipzig seit Mittwoch 122 Beamte in einer Sonderkommission an dem Fall.

Am Samstag dann führten vier der insgesamt 164 Hinweise aus der Bevölkerung auf die Spur des Mannes aus der Nachbarschaft der Familie Corinnas. Ein Zeuge habe den Arbeitslosen am Dienstag mit dem Mädchen zusammen gesehen, sagte Georgie. Einem weiteren Zeugen sei ein «ungewöhnliches Verhalten» des Mannes aufgefallen. Genaueres wollte die Polizei dazu nicht sagen, es handle sich um Täterwissen und sei möglicherweise für die Gerichtsverhandlung von Bedeutung.

Glaubhaftes Geständnis

Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz erklärte, der festgenommene Mann sei zwar wegen Brandstiftung vorbestraft, wegen Sexualstraftaten sei er aber bislang nicht auffällig geworden. Er sei nach bisherigem Ermittlungsstand also kein Rückfalltäter, betonte Merbitz. Nach Angaben der Anwältin der Opfer Familie, Ina Alexandra Tust, kannten die Eltern von Corinna den Mann, der rund einen Kilometer von ihnen entfernt in Eilenburg wohnt, offenbar nicht.

Am Samstagabend nahmen Fahnder den Mann in seiner Wohnung fest. Zu dem Zeitpunkt war er angetrunken, wurde aber als vernehmungsfähig eingestuft, wie Polizeichef Merbitz sagte. Laut Oberstaatsanwalt Hans Strobl ist das Geständnis, das der Mann in der anschließenden Vernehmung abgelegt hat, «im Wesentlichen glaubhaft». Dem Mann wird sexueller Missbrauch, Vergewaltigung und Mord vorgeworfen. Ziel der weiteren Ermittlungen sei jetzt die Gerichtsverhandlung, «damit der Mann seine gerechte Strafe bekommt», sagte Strobl.

02.08.2009 Ta, E110.de

Letzte Aktualisierung ( lundi, 03 août 2009 )
 
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