13 Menschen sind angeklagt, Pascal (5) zu Tode vergewaltigt zu haben
Grausame Details im Fall Pascal - Vater soll Bescheid gewusst haben
Saarbrücken (ddp-rps). Am zweiten Verhandlungstag im Prozess um den Missbrauch und die Tötung des kleinen Pascal hat heute erstmals eine der Angeklagten umfassend zu den Vorwürfen ausgesagt.
Die der Beihilfe beschuldigte 51-jährige Putzfrau Erika K. belastete dabei vor allem einen ihrer Mitangeklagten schwer. Dieser habe Pascal schon vor dessen Verschwinden an zwei Tagen im Hinterzimmer der «Tosa-Klause» missbraucht.
"Wachdienst" bei Vergewaltigung
Die 51-Jährige berichtete, der Junge habe bei den Vergewaltigungen in der kleinen Kammer «erbärmlich» geschrieen. Daraufhin habe die ebenfalls angeklagte Wirtin Christa W. die Musik lauter gedreht. In zwei Fällen habe Christa W. die Taten auch gefilmt. Bei den Vergewaltigungen habe die Tür des Kämmerchens aufgestanden, so dass jeder in der Kneipe mitbekommen habe, was dort passierte. Außerdem habe es immer eine Art Wachdienst gegeben, der mögliche nicht eingeweihte Besucher mit dem Hinweis «Geschlossene Gesellschaft» fernhielt. Pascal sei an diesen Tagen von einer seiner Stiefschwestern in der Kneipe abgegeben und wieder abgeholt worden.
Die Wirtin Christa W. habe ihr gesagt, dass der Vater über den Missbrauch Bescheid wisse.
Kinderporno im Hinterzimmer gedreht
Des weiteren gab die Frau an, sie habe von der ebenfalls angeklagten Andrea M. ein Kinderporno-Video gezeigt bekommen. Darauf sei zu sehen gewesen, wie zwei der männlichen Hauptangeklagten Pascal und ein Mädchen vergewaltigten. Der Film sei offenbar ebenfalls in der «Tosa-Klause» aufgenommen worden. Andrea M. habe dazu gesagt, die Wirtin Christa W. verkaufe diese Filme. Die geistig zurückgebliebene Andrea M. lebte zur Tatzeit unter der Obhut der Wirtin und war von dieser auch als Prostituierte in der Kneipe angeboten worden.
Außerdem war ihr Sohn Bernie, ein Spielkamerad Pascals, ebenfalls in der Kneipe missbraucht worden.
Die Putzfrau Erika K. ist wegen Beihilfe angeklagt, weil sie die Taten nicht verhindert hat. Außerdem soll sie geholfen haben, die Leiche Pascals in einen Müllsack zu verpacken. Über die Vorgänge am Tag von Pascals Verschwinden soll Erika K. bei der Fortsetzung des Prozesses am nächsten Montag aussagen.
Mittäterinnen gelten als schwachsinnig
Neben Erika K. hatte auch Andrea M. angekündigt, zu den Vorwürfen auszusagen. Dies wird voraussichtlich ebenfalls nächste Woche erfolgen. Allerdings ist noch nicht entschieden, ob dann die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird. Die Anwältin ihres Sohnes Bernie, durch dessen Aussage der Kinderschänderring erst aufgedeckt wurde, hat dies zum Schutz des heute in einer Pflegefamilie lebenden Jungen beantragt.
Sowohl Erika K. als auch Andrea M. gelten nach einem Gutachten wegen «Schwachsinns» als vermindert schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft betrachtet sie allerdings als im strafrechtlichen Sinne voll verantwortlich.
Insgesamt stehen in Saarbrücken 13 Männer und Frauen im Alter zwischen 36 und 62 Jahren vor Gericht, sechs davon - vier Männer und zwei Frauen - wegen Mordes und Missbrauchs, die übrigen wegen Beihilfe. Außer Erika K. und Andrea M. wollen jedoch bislang alle Angeklagten zu den Vorwürfen schweigen. Die Leiche des Jungen wurde nie gefunden.
23.09.2004 SR, aus E110.de
Die Galerie des Schreckens

Von DIETER BECKER und MARCO SCHWARZ
Der kleine Pascal (5) verschwand am 30. September 2001
Saarbrücken – Sie quälten ihn so lange, bis er nicht mehr schreien konnte. Der kleine Pascal (5) musste so unfassbar leiden.
Gestern begann vor dem Landgericht Saarbrücken der Prozess gegen seine Peiniger.
Das widerlichste Verfahren, das es wohl je in Deutschland gegeben hat!
Angeklagt sind 13 Menschen (36–62), unter ihnen vier Frauen. 100 Polizisten sicherten das Gericht.
Die Hauptangeklagte Christa W. (51) erschien in Ledermantel, roter Bluse und mit goldenen Ohrringen.
Sie war die Wirtin der schmuddeligen „Tosa-Klause“, einer winzigen Kneipe. Hier wurde der kleine Pascal zu Tode vergewaltigt.
In der Anklageschrift schilderte Oberstaatsanwalt Josef Pattar die unmenschliche Tat, eine unvorstellbare Folter: „Die Angeschuldigten bildeten eine ‚Tosa-Gemeinschaft‘.
Beim sexuellen Missbrauch eines Kindes richteten sie einen Wachdienst ein.
Der drehte die Musikbox lauter, um die Schreie zu übertönen...“
Am 30. September 2001 holten sie gezielt den kleinen Pascal von der Straße.
„Heute machen wir es einmal anders“, sagte Andrea M. (40) und zerrte den Jungen ins Hinterzimmer.
Der Staatsanwalt: „Das Kind erhielt Süßigkeiten. Es sträubte sich heftig und drohte, den Vorfall seinem Vater zu verraten, der die Beteiligten verprügeln werde.“
Nacheinander betraten laut Anklage vier Männer den kleinen Raum: Dieter S. (62), Michael C. (47), Hans Josef W. (49) und Martin R. (42).
Sie zahlten je 10 Euro an die Wirtin. Dann vergewaltigten sie ihr kleines Opfer mit extremer Brutalität. Die Wirtin filmte mit einer Videokamera.
Tosa-Klause, Tatort
Tatort „Tosa-Klause“. Fünf Männer vergewaltigten das Kind im Hinterzimmer
„Das Kind schrie unentwegt vor Schmerzen“, sagte der Staatsanwalt. „Die Angeklagte Andrea M. drückte sein Gesicht in ein Kissen, bis Martin R. mit seinem Analverkehr zu Ende gekommen war.“
Einer der Vergewaltiger empörte sich im Gerichtssaal: „Sie sprechen meinen Namen falsch aus. Wenn sich das nicht ändert, gehe ich einfach!“
Ein Zuschauer rief: „Du frecher Hund!“
Pascal wachte nach der Folter nicht mehr auf.
Der Staatsanwalt: „Die Angeklagten verpackten das Kind in einem blauen Müllsack, der unter dem Verkaufsfenster der Tosa-Klause zwischengelagert wurde.“
Später luden sie den Sack in den Renault-Kastenwagen der Wirtin und fuhren ihn zu einer Kiesgrube in Frankreich. Tagelang suchten Hunderte Polizisten die Kiesgrube ab. Die Leiche fanden sie bis heute nicht.
Während der Verhandlung erhielt das Gericht gestern ein Fax, handschriftlich, anonym:
„Pascal lebt. Er wurde am 10. Oktober 2001 an der französischen Grenze einem holländischen Kinderschänderring für 100 000 Euro übergeben. Setzen Sie sich mit meinem Anwalt in Verbindung.“
Die Polizei prüft das Fax. Der Wirtin, ihrer Komplizin und vier Vergewaltigern droht lebenslängliche Haft. Der Prozess geht weiter.
Ex http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2004/09/21/pascal
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