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Familiäre Verstrickungen - Pascal war nach Aussage der Mutter mehrfach mit seinem Vater
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Familiäre Verstrickungen - Pascal war nach Aussage der Mutter mehrfach mit seinem Vater in «Tosa-Klause»

Saarbrücken (ddp). Der fünfjährige Pascal ist vor seiner Ermordung in der Saarbrücker «Tosa-Klause» offenbar mehrfach mit seinem Vater in der Kneipe gewesen. Pascals Mutter, die 45-jährige Sonja Z., sagte heute vor dem Saarbrücker Landgericht, ihr Lebensgefährte Heinz C. habe den gemeinsamen Sohn mehrmals mit in die «Tosa-Klause» genommen. Der 49-Jährige habe in der Gaststätte «einen Deckel gehabt, vielleicht 2000 Mark», sei später aber nicht mehr dort hin gegangen. Die Mutter betonte zugleich, sie habe nie etwas von einem möglichen Missbrauch ihres Kindes bemerkt. Pascal habe auch nie über solche Vorgänge gesprochen.

Auch die übrige Familie Pascals wurde heute vor dem Landgericht befragt. Der Vater verweigerte allerdings weitgehend die Aussage. Er äußerte sich lediglich zum Tagesablauf des 30. September 2001, dem Tag, an dem Pascal verschwand. Die beiden Stiefschwestern Melanie (21) und Manuela (20)verweigerten die Aussage vollständig.

Beihilfe zum Missbrauch - laufendes Verfahren gegen den Vater
Gegen Pascals Vater läuft derzeit noch ein Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zum Missbrauch des Kindes. Auch gegen die ältere der beiden Stiefschwestern war zeitweise wegen Beihilfe ermittelt worden. Zudem hatte eine der Angeklagten im Verlauf des Prozesses angegeben, Pascal sei an mehreren Tagen, an denen er in der Saarbrücker «Tosa-Klause» missbraucht wurde, von seiner Stiefschwester in der Kneipe abgegeben und anschließend wieder abgeholt worden.

Nach Angaben des Vaters war Pascal am Tag seines Verschwindens vormittags in die Kirche und am frühen Nachmittag zu einer Geburtstagsfeier gegangen. Danach sei der Junge wieder nach Hause gekommen, bevor er von dort gegen 16.00 Uhr noch einmal mit seinem Fahrrad weggefahren sei. Als Pascal gegen 18.30 Uhr noch immer nicht zu Hause zurückgekommen war, habe er selbst etwa zwei Stunden lang nach ihm gesucht und schließlich gegen 21 Uhr eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben, berichtete der 49-Jährige. Zu weiteren Fragen etwa über frühere Aufenthalte in der «Tosa-Klause», bei denen er den Jungen mitgenommen haben soll, verweigerte er hingegen jegliche Auskunft.

Im Fall des verschwundenen Fünfjährigen müssen sich derzeit 13 Männer und Frauen vor dem Saarbrücker Landgericht verantworten. Sechs von ihnen - darunter die ehemalige Wirtin der «Tosa-Klause» - wird Mord in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch, den übrigen Beihilfe zu diesen Taten vorgeworfen. Die Verhandlung sollte am Donnerstag mit weiteren Zeugenanhörungen fortgesetzt werden.

18.10.2004 Ster, aus E110.de

Letzte Aktualisierung ( vendredi, 22 juillet 2011 )
 
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