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07. Juni 2009, dritter Vatertag
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Die Schweizer Väter des Jahres

Anlässlich des Vätertags am Sonntag sind drei Männer mit ausserordentlichen Familienverdiensten ausgezeichnet worden.

 

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Ausgezeichnet: Christian Hörler (Seengen), Louis Iten (Unterägeri) und Martial Cherix (Syens) mit ihren Kindern posieren auf dem Bundesplatz in Bern.
Bild: Keystone

 

 

 

Die Sonne strahlte am gestrigen Tag – es war eine wahre Freude. Hell wie die Sonne leuchteten auch die Gesichter der Kinder, deren Papas die besondere Auszeichnung als «Schweizer Väter des Jahres » erhielten. Christian Hörler aus Seengen, Louis Iten aus Unterägeri und Martial Cherix aus Syens bekamen als Preis eine Woche Ferien mit ihren Familien im Tirol geschenkt.

Dachverband Männer.ch

Verliehen wurde der Preis von Männer.ch, dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen. 20 Mitglieder zählt der vor vier Jahren gegründete Dachverband, darunter regionale Väterinitiativen und Fachstellen für Väterarbeit. Wie Männer.ch-Präsident Markus Theunert an der gestrigen Preisverleihung erklärte, geht es dem Dachverband vor allem darum, Männern eine «aktive Vaterschaft» zu ermöglichen. 58 Prozent der erwachsenen Schweizer Männer seien Väter ; viele von diesen hätten teilweise grosse Schwierigkeiten, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen, klagte Theunert.

27 sei das durchschnittliche Alter, in welchem Schweizer Männer Kinder zu bekommen wünschen. In der Realität sehe dies jedoch meist ganz anders aus, da viele Männer von den erheblichen finanziellen Kosten einer Vaterschaft abgeschreckt würden. «Männer sind zurzeit eine politische Nichtkategorie – Ziel des Vätertags ist es, dies zu ändern», führte Theunert weiter aus.

Dritter Vätertag

Andreas Borter, Koordinator des Schweizer Vätertags, unterstrich die Aussagen Theunerts: Mit dem Vätertag, der diesen Sonntag bereits zum dritten Mal stattfinde, wolle man auf die gesellschaftliche Bedeutung des Vaterseins aufmerksam machen. Durch die Auszeichnung komme vorbildlichen Vätern ihre verdiente Anerkennung zu. Andere Väter sollten sich von diesen gelebten Vorbildern ermutigen lassen, es ihnen gleichzutun. «Männer brauchen Rollenmodelle, um sich in der Gesellschaft orientieren zu können», erläuterte Borter. Jene Rollen, wie sie von den preisgekrönten Vätern gelebt würden, seien ideale Beispiele dafür, wie Arbeit und Familie miteinander vereinbart werden könnten.

Teilzeitarbeit als Rollenmuster

Sowohl Hörler als auch Iten und Cherix haben ihre Arbeitspensen reduziert, um mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können. Hörler arbeitet zu 50 Prozent als Banker bei der UBS, den Rest der Woche widmet er seinen Kindern und seiner Frau. Diese ist als Internistin in einer Gemeinschaftspraxis auf dem Lande ebenfalls zu 50 Prozent beschäftigt. Dazu Hörler: «So können wir uns ideal ergänzen.»

Iten ist Telematiker und füllt ein 80-Prozent-Pensum aus. Den Freitag reserviert er sich für die Familie. «Ich würde dieses Arbeitsmodell niemals wieder hergeben», beteuert Iten. Cherix ist Werk- und Handarbeitslehrer an einer Oberstufenschule. Dieses Jahr noch arbeitet er zu 90 Prozent, ab dem nächsten werden es 70 Prozent sein.

Strenge Kriterien

Sich aktiv bei der Arbeitsstelle dafür einzusetzen, mehr Zeit für die Familie zu bekommen, war eines der Kriterien, nach welchen die Väter für die Auszeichnung bewertet wurden. Ein weiteres Kriterium war die Mithilfe bei Hausarbeiten und sonstigen familiären Aufgaben; besonders auch bei den unangenehmen, wie Borter betonte. Auch das Ausmass der aktiven Freizeitgestaltung mit den Kindern sowie der Grad der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Vatersein als solches, sprich das Besuchen von Elternbildungskursen, wurde von der Jury beurteilt. Dieser gehörte unter anderen SP-Nationalrat Andy Tschümperlin an, der neben seinem Parlamentarieramt auch Präsident des Schweizerischen Bundes für Elternbildung (SBE) ist.

Insgesamt gingen für den Wettbewerb 84 Bewerbungen ein. Diese waren nicht etwa von den Vätern selbst, sondern von deren Frauen und Kindern eingereicht worden. Wie Tschümperlin erklärt, sind bewusst Familienväter aus ländlichen Gebieten prämiert worden, in denen das Teilzeitarbeitsmodell noch keine Selbstverständlichkeit ist.

«Politiker haben es schwer»

Tschümperlin selbst ist Vater von vier Kindern im Teenager-Alter. Während der Sessionen habe er jeweils überhaupt keine Zeit für seine Familie. «Für Politiker ist es sehr schwierig, ein solches Familienmodell mit Teilzeitarbeit umzusetzen», hält der Nationalrat fest. Er werde sich im Parlament dafür einsetzen, dass der Familienpolitik wieder mehr Bedeutung beigemessen werde. Auch aus diesem Grund engagiere er sich für eine Integration der Elternbildung in die Erwachsenenbildung. Eines sei nämlich klar: «Hinter jedem starken Mann steht auch eine starke Frau.» (Der Bund)

Erstellt: 06.06.2009, http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Die-Schweizer-Vaeter-des-Jahres/story/12014082

Last Updated ( Monday, 08 June 2009 )
 
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