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Misshandelte neunjährige Kassandra
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Fall Kassandra: Trotz vieler Hinweise steht Kripo vor Rätsel

Velbert/Mettmann (ddp). Im Fall der misshandelten neunjährigen Kassandra aus Velbert rätselt die Polizei weiterhin über die Hintergründe der Tat. «Für uns ist weiterhin nicht nachvollziehbar, welches Motiv der Tat zugrunde liegt», sagte ein Polizeisprecher  heute auf ddp-Anfrage. Die Polizei ermittele in alle Richtungen, habe  aber bislang noch keine konkrete Spur. Die Mordkommission sei auf  mehr als 20 Mann aufgestockt worden, um die vielen Hinweise aus der Bevölkerung bearbeiten zu können. Das Mädchen liege nach wie vor im künstlichen Koma. Sein Zustand sei «stabil» und «nicht akut lebensgefährlich», sagte der Sprecher.

  Die als vermisst gemeldete Neunjährige war in der Nacht zum Dienstag mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem abgelegenen Kanalschacht in Velbert in rund 1,50 Meter Tiefe gefunden worden. Sie war misshandelt worden. Kassandra erlitt bei der Tat ein Schädel-Hirn-Trauma sowie innere Bauchverletzungen. Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch fanden sich bei der Untersuchung des Kindes nicht.

Kripo geht auch Gerüchten nach

  Nachdem das Kind misshandelt worden war, war es offenbar in den Kanalschacht gestoßen worden. Anschließend wurde der Schacht mit dem Deckel verschlossen. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt daher wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. «Es ist durchaus möglich, dass auch mehrere Personen an der Tat beteiligt waren», sagte der Sprecher. Nach seiner Einschätzung könnte der rund 30 Kilogramm schwere Kanaldeckel von einem erwachsenen Mann «gerade so» hochgehoben werden.

  Bis zum heutigen Nachmittag seien bei den Ermittlern sehr viele Hinweise von Bürgern eingegangen, darunter auch viele Gerüchte. Allen
Bemerkungen werde nachgegangen. «Denn vielleicht ist darunter ein Quäntchen Wahrheit, das uns weiterbringt», sagte der Polizeisprecher.
Ein erster Hinweis auf einen Jugendlichen, der sich in Tatortnähe aufgehalten haben soll, habe kein Ergebnis erbracht. Auch das familiäre Umfeld Kassandras sei unauffällig, sagte der Sprecher.

Polizeipräsenz auf Straßen erhöht
  Das Landeskriminalamt (LKA) hatte die Spurensuche rund um den Tatort am späten Mittwochabend beendet. Dabei war vor allem nach DNA-Spuren gesucht worden. Die Laboruntersuchungen werden einige Zeit in Anspruch nehmen. Wegen der heftigen Regenfälle zum Tatzeitpunkt waren laut Polizei viele Spuren verwischt worden.

  Kassandra war am Montagabend von einer Nachmittagsbetreuung des katholischen Jugendwerks nicht in ihr Elternhaus zurückgekehrt. Ein
Suchhund der Polizei schlug in der Nacht zum Dienstag schließlich in der Nähe des abgelegenen Kanalschachts an, in dem die Neunjährige gefunden wurde.

  Auf den Straßen Velberts sind nach Angaben der Polizei derzeit rund 50 Streifenkräfte im Einsatz, um Ansprechpartner für die besorgte Bevölkerung zu sein. Auch zwei Streifen mit Polizeireitern seien unterwegs.

Psychologische Betreuung für Grundschulen
  Für zwei in der Nähe des Tatorts gelegene Grundschulen hat der Kreis Mettmann zwei Psychologen entsandt. Sie betreuen die Kinder und
Lehrer, wie Sprecherin Daniela Hitzemann auf ddp-Anfrage mitteilte. In der Betreuungseinrichtung «Treff 51», die Kassandra vor der Tat besuchte, geht unterdessen der Betrieb weiter. «Wir haben mit den Kindern gesprochen und sie über ihre Gedanken berichten lassen», sagte eine Mitarbeiterin. Auch habe man gemeinsam in der Kirche eine Kerze angezündet.

17.09.2009 Ta, E110.de

Ultimo aggiornamento ( vendredi 18 septembre 2009 )
 
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