Wo liegt der Ursprung des internationalen Gedächtnistages?

Am 25. Mai 1979 wurde in New York ein 6 jähriges Kind namens Etan Patz entführt.

Im Jahre 1983, wählte US-Präsident Ronald Reagan den Tag zum Gedenken an den sechsjährigen Etan Patz, der am 25. Mai 1979 auf dem Weg zur Schule für immer verschwunden ist.

Den 25. Mai gilt seit 1986 als Tag der Erinnerung in Kanada.

FREDI erinnert an diesen Gedächtnistag seit 2002, als dieser allmählich in Europa eingeführt wurde.

 

Das Andenken ist der Anfang der Verteidigung Ihrer Rechte.

 

Etan Patz: Verdächtiger gesteht nach 33 Jahren Mord an Jungen

Das Verschwinden des kleinen Etan Patz jährt sich am Freitag zum 33. Mal. Die New Yorker Polizei verkündet nun die Festnahme eines geständigen Mannes.

 

Seit 33 Jahren verschwunden: Etan Patz.
Kommt jetzt endlich Licht in den dunklen Fall?

Foto: N.Y. Police Department dpa

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33 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des kleine Jungen, konnte der Fall um Etan Patz endlich aufgedeckt werden. Die New Yorker Polizei hat einen Mann festgenommen, der bereits gestanden haben soll, an der Entführung des Jungen beteiligt gewesen zu sein.

Es gibt ein altes Foto, aufgenommen im März 1980. Darauf abgebildet sind Stan und Julie Patz, die auf der Feuerleiter ihrer Wohnung im New Yorker Künstlerviertel Soho stehen. Sie beugt sich über die Brüstung, weißer Rollkragenpullover, die Haare streng zu einem Dutt geknotet, den Blick bang hinunter auf die Straße gerichtet. Es hat fast etwas Künstlerisches, tatsächlich aber ist das Bild ein Dokument der Verzweiflung.

Mann gesteht Beteiligung an Entführung

Auf der Prince Street, der Straße unter der Feuerleiter, ist am 25. Mai 1979 der sechsjährige Etan Patz auf dem Schulweg verschwunden. Spurlos, vermutlich ein Verbrechen. Fast auf den Tag genau 33 Jahre später steht der Fall nun vor der Lösung.

Die New Yorker Polizei  hat gestern einen Mann festgenommen, der offenbar bereits gestanden hat, an der Entführung des Jungen beteiligt gewesen zu sein. Eigentlich hatte das FBI seine Ermittlungen im April endgültig eingestellt. Aus dem Keller eines Mietshauses hatten die Fahnder kübelweise Schutt abtragen lassen, um darin womöglich Blut- oder Knochenreste zu finden. Letztlich aber vergebens.

Eltern haben die Hoffnung auf ein Lebenszeichen nie aufgegeben

Nun werden Stan und Julie Patz vielleicht bald erfahren, was mit ihrem Sohn tatsächlich passiert ist. Bis heute wohnen sie in ihrem alten Appartement. Sie sind nie umgezogen, sie haben sich geweigert, ihre angestammte Telefonnummer abzugeben – alles in der Hoffnung, ihr Kind würde noch einmal Kontakt zu ihnen aufnehmen.

Für Eltern gebe es nichts Schlimmeres, als wenn ein Kind plötzlich verschwinde. Sie malen sich dann die grausigsten Szenarien aus, sagt Veit Schiemann vom Opferhilfeverein Weißer Ring. Ein Sexualmord, ein Gewaltverbrechen, das Kind wimmernd und blutend auf der Straße nach einem Unfall. Manche Eltern würden es deshalb regelrecht als Erlösung empfinden, wenn sie nach Jahren des Vermissens Gewissheit über den Tod des Kindes bekämen, anstatt hoffen zu müssen, endlich trauern zu können.

25. Mai zum „Tag der vermissten Kinder“ erhoben

Auch Stan und Julie Patz können nun womöglich abschließen. Auch sie sind wahrscheinlich den Schulweg ihres Sohnes tausendfach abgegangen. Auch sie haben den Mittagstisch vielleicht noch für Etan eingedeckt, lange noch für sein Lieblingsessen eingekauft, immer wieder seine Klamotten neu zusammengelegt. So ergehe es vielen Eltern, nachdem das Kind verschwunden sei, sagt Schiemann.

Es ist purer Zufall, dass der Polizei in New York ausgerechnet jetzt der Ermittlungserfolg gelingt, einen Tag, bevor sich das Verschwinden von Etan Patz zum 33. Mal jährt. Mit Etans Fall ist die Suche nach Vermissten damals neu organisiert worden. Er war das erste Kind, dessen Konterfei auf Milchtüten prangte. Zu seinem Gedenken wurde der 25. Mai zum „Tag der vermissten Kinder“ erhoben. Auch am heutigen Freitag erinnern Vereine wie der Weiße Ring wieder mit bundesweiten Veranstaltungen an verschwundene Kinder – an Kinder wie Etan Patz.

Von Florian Zick, http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Verdaechtiger-gesteht-nach-33-Jahren-Mord-an-Jungen-id20297756.html, 08.04.2014