Ob als Spielerei oder Liebesbeweis: Viele Jugendliche verschicken per Smartphone Nacktbilder von sich selbst. Noch Jahre später müssen sie mit unangenehmen Konsequenzen rechnen. Manches Nacktporträt verfolgt sie dabei bis zum Vorstellungsgespräch.

Sie war verliebt und wollte ihrem Schwarm imponieren: Doch das Oben-Ohne-Foto, das die 13-jährige Hope aus Florida einem Jungen schickte, landete in den Händen eines anderen Mädchens und wurde von diesem an Bekannte weitergeschickt. Eine Kettenreaktion, die Hope zur Zielscheibe von extremem Cybermobbing machte. Und sie in den Selbstmord trieb. Hope erhängte sich.

Ein extremes Beispiel – doch mittlerweile verschicken Jugendliche beim sogenannten Sexting nicht nur erotische Nachrichten per SMS, sondern auch Nacktselfies.
Was die wenigsten wissen: Wer ein Bild über Whatsapp verschickt, tritt seine Nutzungs- und Bildrechte automatisch an den Anbieter ab. So steht es in den AGBs.

«Was im Internet landet, bleibt im Internet: Das ist eine Regel, die jedes Kind kennen sollte», sagt Olivia Förster vom Verein Blickwechsel in Hamburg. Die Medienpädagogin gibt Workshops zum Thema Cybermobbing an Schulen. Sexting sei dabei immer wieder Thema.

«Die Schweizer James-Studie hat gezeigt, dass rund sechs Prozent der jungen Handybesitzer schon mal erotische Bilder von sich selbst verschickt haben», bestätigt Laurent Sédano, Medienexperte bei der Stiftung Pro Juventute aus Zürich. Jugendliche seien sehr offen und nutzten die technischen Möglichkeiten mit einer großen Naivität.

Fast selbstverständlich sei es dabei schon, dem festen Freund oder der festen Freundin Nackt- oder sogar Selbstbefriedigungsbilder zu schicken. «Das gilt als großer Vertrauensbeweis», sagt Sédano. Leider würden die Jugendlichen nicht daran denken, dass so eine Beziehung irgendwann mal vorbei sein kann.

Harald Schmidt nennt konkrete Risiken:

«Nacktbilder können Jugendlichen auch noch viele Jahre später Probleme machen, zum Beispiel bei Bewerbungen.» Fatal, wenn der Arbeitgeber nach dem Namen googelt und dann auf die Aufnahmen stößt.

Von dpa

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