Die Stiftung FREDI setzt sich ein für ein nationales Alarmsystem.

Anlässlich des Internationalen Tages der Verschwundenen Kinder, am 25. Mai 2007, startete FREDI offiziell ihre Unterschriftensammlung für eine Petition an den Bundesrat. Im Juli 2008 wurden bei der Bundeskanzlei mehr als 32’000 Unterschriften eingereicht.

Diese Petition verlangt von den eidgenössischen Behörden, ein „Alarmsystem Entführung“ einzurichten; ein solches existiere bereits in den USA und in Kanada, und vor kurzem sei es im benachbarten Frankreich einführt worden. Es sei umgehend ein System einzurichten, das nicht nur polizeiliche (unterstützungshalber auch militärische) Massnahmen vorsehe, wie es der Kanton Appenzell kenne, sondern im Stand sei, sofort die breite Öffentlichkeit zu erreichen.  .

So war 2007, als Ylénia verschwand, ein solches System nicht vorhanden.

Das macht nachdenklich:

  • Es dauert 2 Tage, bis am Radio und im Fernsehen über das Verschwinden des Mädchens informiert wird (Verschwinden am 31. Juli, Information in der Presse am 3. August). Sicher, es liegt noch der Bundesfeiertag dazwischen, aber den Untersuchungsbehörden geht wertvolle Zeit verloren.
  • Offizielle Webseiten der Kantone: überhaupt keine Information auf der Empfangsseite! Einzig auf der Empfangsseite des kleinen Kantons Appenzell Innerhoden www.ai.ch wird auf das Drama hingewiesen. Sogar die unmittelbaren Nachbarn reagieren nicht: Appenzell Ausserrhoden www.ar.ch informiert über den Ferienpass und über das Wildschwein und St. Gallen www.sg.ch lässt sich über den Charme seiner Wälder aus. Der Rundgang durch die Webseiten der andern Kantone in der Region www.gr.ch, www.gl.ch, www.tg.ch, www.zh.ch www.zg.ch www.sz.ch, www.sh.ch … ist ernüchternd: Auf keiner einzigen Webseite wird die Suchanzeige auf der ersten Seite erwähnt – und dies drei Tage nach der Entführung! Dabei wäre dies doch überhaupt kein kostspieliges Mittel der Informationsübermittlung.

Das Dispositiv „Alarmsystem Entführung“ sieht genau dies vor: eine koordinierte schnelle landesweite Information der Bevölkerung; je schneller sachdienliche Rückmeldungen kommen, desto grösser ist die Chance, dass die entführte Person innert kurzer Zeit aufgefunden werden kann. Macht der Entführer sich doch in der Regel schnell aus dem Staub.

Verschiedene Informationskanäle sind zu benützen: TV, Radio, Presse, elektronische Anzeigetafeln auf Autobahnen, Ansagen in Bahnhöfen, Internet, … Alle diese Mittel dienen dazu, dass der Notruf innert kurzer Zeit möglichst viele Leute erreichen kann – jede eine mögliche Augenzeugin, jeder ein möglicher Augenzeuge, deren Aussagen für die Suche von Nutzen sein können.

Februar 2009. Immer noch nichts. Eine Kommission sei an der Arbeit. Sonst aber Funkstille; man habe auf die föderalen Interessen Rücksicht zu nehmen.

Die Stiftung FREDI meint, in einem so kleinen Territorium, das man innerhalb weniger als einer Stunde verlassen kann, dürfe ein Alarmsystem nicht durch Kantonsgrenzen behindert werden. Ihre diesbezügliche Forderung, unterstützt durch zwei gleichlautende parlamentarische Motionen, wird aufrechterhalten

Januar 2010: Das „Alarmsystem Entführung“ wird auf eidgenössischer Ebene zentralisiert, das Auslösen des Alarms aber obliegt den Kantonen. Der Föderalismus ist gerettet!

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Bessere Koordination

Die 1995 gegründete „Fredi-Stiftung“ zur Suche nach vermissten Kindern lancierte im Mai dieses Jahres eine Petition für eine bessere Zusammenarbeit zwischen regionalen Polizeikräften im Fall von Kindsentführungen (32.000 Elternunterschriften).

In der Schweiz sind die 26 Kantone für ihre eigenen Polizeikräfte verantwortlich, und sie halten an ihrer kantonalen Souveränität „mit Zähnen und Krallen“ fest, sagt André Burgy, Präsident der „Fredi-Stiftung“, gegenüber swissinfo. „Koordination auf kantonaler Ebene ist schwierig. Im Fall Ylenia Lenhard gab es sie, aber auf sehr, sehr niedrigem Niveau.“

Zusammenarbeit auf Bundesebene

Als Ylenia als vermisst gemeldet wurde, sei es mindestens sechs Tage gegangen, bis überkantonale Polizeikräfte zur Mitarbeit aufgefordert wurden, sagt Burgy. Obschon die Grenze zu Österreich lediglich 15 Minuten vom Ort entfernt ist, wo das Kind verschwand

„Koordination muss auf Bundesebene organisiert werden, zum Beispiel durch die Bundespolizei. Der Alarm muss losgehen, sobald die Polizei an Ort von dem Fall weiss“, so Burgy.

Die Rolle der Öffentlichkeit

Parallel dazu könnten nach einer Kindsentführung auch Infos und Bilder für die Öffentlichkeit verbreitet werden. Nach Ansicht von Experten ist dies technisch machbar und auch legal.

Burgy zweifelt indessen an solchen Massnahmen. Die Entführer würden dagegen geeignete Schritte unternehmen.

(…)

http://origin.swissinfo.ch/ger/alarm-bei-kindsentfuehrungen/6147616

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Für Alarm bei Kindesentführungen

Die Schweiz soll ein Alarmsystem für Fälle von Kindesentführungen einführen.

Die Stiftung für die Auffindung von vermissten Kindern (F.R.E.D.I.) hat am Mittwoch bei der Bundeskanzlei eine Petition mit 32 500 Unterschriften eingereicht.

Die Bittschrift aus der Romandie unterstützt zwei Motionen der eidgenössischen Räte. Diese verlangen, dass verschwundene, mutmasslich entführte Kinder mit einem neuen Alarmsystem möglichst rasch gefunden werden können.

Der Bundesrat wird einerseits beauftragt, ein MMS-Alarmsystem einzurichten. Später soll ein Dispositiv für einen Entführungsalarm dazukommen. Vorbilder sind hier die USA, Kanada und Frankreich.

Meldungen über entführte Kinder sollen sofort, systematisch und in grosser Zahl verbreitet werden können, etwa in den elektronischen Medien, auf Plakaten an Autobahnen sowie mit Durchsagen an Bahnhöfen und Flughäfen.

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/15604901

 

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Entführungsalarmsystem in der Schweiz

Dank der Initiative von F.R.E.D.I., von Franco Frattini, zurzeit EU-Kommissar und von seinen französischen Partnern ermutigt, dann von den Behörden seines Landes unterstützt, verfügt die Schweizer Polizei  endlich seit dem 1. Januar 2010 über ein Alarmsystem, das von ihren Bürgern so verlangt wurde.

(mehr als 32.000 in der Schweiz Bewohnerunterschriften unterstützten die Anforderung FREDI)

Dieses System  wird aktiviert, wenn der konkrete Verdacht oder die Gewissheit besteht, dass eine minderjährige Person entführt wurde und an Leib und Leben gefährdet ist.

Das Alarmsystem wurde von der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) realisiert.

Den Entscheid, eine Alarmmeldung auszulösen, fällen die kantonalen Strafverfolgungsbehörden. Sie sind sowohl für den Inhalt der Meldung zuständig, als auch für den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Eine Alarmierung kann jederzeit durch eine Kantonspolizei ausgelöst werden.

Folgende Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein, damit der Entführungsalarm ausgelöst werden kann:

  • Es wurde konkret festgestellt, dass eine minderjährige Person entführt worden ist, oder es besteht der begründete Verdacht dafür;
  • Es muss angenommen werden, dass die entführte Person ernsthaft in ihrer physischen, sexuellen oder psychischen Integrität gefährdet ist;
  • Es liegen genügend gesicherte Informationen vor, damit der Alarm mit Aussicht auf eine erfolgreiche Lokalisierung von Täterschaft und/oder Opfer ausgelöst werden kann.

Der Alarm findet in der Regel keine Anwendung bei der Entführung durch einen Elternteil bzw. beim Entziehen von Unmündigen (Art. 220 StGB), da in diesen Fällen normalerweise keine Gefahr für Leib und Leben der entführten Person besteht. Ebenso wird der Alarm nicht ausgelöst, wenn minderjährige Personen vermisst werden, ohne dass eine Entführung beobachtet worden wäre oder ein begründeter Verdacht auf eine Entführung besteht. Auch die Erfüllung sämtlicher Kriterien für die Auslösung des Entführungsalarms verpflichtet nicht zur Alarmauslösung, wenn dadurch das Opfer zusätzlich in seiner physischen, sexuellen oder psychischen Integrität gefährdet oder die bereits eingeleiteten Massnahmen zur Befreiung des Opfers behindert werden könnten.

Die Einsatzzentrale beim Bundesamt für Polizei (fedpol) dient als schweizerische Zentralstelle im Rahmen des nationalen Entführungsalarmsystems. Heute zählen folgende Konventionspartner zum Kreis der Beteiligten: SSR-SRG-Idée suisse (Radio und Fernsehen), das Bundesamt für Strassen (ASTRA), die SBB und die Betreibergesellschaften der Flughäfen Zürich, Genf, Lugano-Agno, Euroairport Mulhouse und Bern-Belp, die Schweizerische Depeschenagentur und Keystone. Zusätzlich werden Alarmmeldungen durch die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Orange per SMS auf die Handys der dafür freiwillig registrierten Benutzer übermittelt. In den SMS wird ein Internetlink versandt, über welchen auf den vollen Alarmtext und das Foto des Opfers zugegriffen werden kann.

Das Entführungsalarmsystem

Behaupten, dass ein durch einen Elternteil  entführtes Kind ist sicher am Leben ist leider ganz falsch. Mehrere Fälle, in der Schweiz und im Ausland haben mit dem Tod des Kindes beendet! Das Entführungs-Warnsystem muss auch für diese Kinder verbreitet werden!

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