Seit 2001 vermisst: Wurde Katrin (15) ermordet?

Neujahrsabend 2001 in Bergen an der Dumme im Wendland. Es ist eisig kalt, die Straße ist vom Blitzeis gefroren. Katrin Konert steht an einer Bushaltestelle. Ein hübsches Mädchen mit dunklen Haaren und einem strahlenden Lächeln. Sie wird von einem Bekannten gesehen – seitdem fehlt von der damals 15-Jährigen jede Spur. Ihr letztes Lebenszeichen ist eine SMS an ihre Schwester.

Nach knapp 18 Jahren rollt die niedersächsische Kripo den Fall neu auf. „Er war nie abgeschlossen“, sagte Annegret Dau-Rödel auf einer Pressekonferenz in Lüchow am Freitag. Sie ist die Leiterin eines neuen, siebenköpfigen Ermittlerteams, das die Akte noch einmal auf den Kopf stellen möchte. „Derjenige, der für das Verschwinden von Katrin verantwortlich ist, darf sich nicht in Sicherheit wiegen“, sagte sie.

Unterstützt wird die Ermittlungsgruppe „Konert“ von Profilern des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover. Die Polizei ist sich sicher: Katrin Konert wurde ermordet. „Wir wollen den Fall endlich aufklären. Für die Familie und Angehörigen. Sie wissen nicht, wo sie trauern können“, sagte Steffen Grimme, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Bereits 2003 war ein Bekannter der Schülerin wegen Totschlagsverdachts vernommen worden, ihm konnte damals jedoch nichts nachgewiesen werden. 2017 tauchte eine mysteriöse Kreidenachricht an dem Bushaltehäuschen im Wendland auf. „Es gibt fast täglich neue Hinweise“, sagte Dau-Rödel. Dienstag wollen sie für fünf Wochen eine mobile Wache in Bergen aufbauen und dort unter anderem Flugblätter verteilen.

Die Polizei bittet dringend um Mithilfe aus der Bevölkerung. Hinweise können entweder an jede Dienstelle oder anonym über ein Hinweisportal im Internet weitergegeben werden.

26.10.2018

https://www.mopo.de/im-norden/landkreis-lueneburg/ihr-letztes-lebenszeichen-war-eine-sms-seit-2001-vermisst–wurde-katrin–15–ermordet–31498326